DIE RACHE DES JOHNNY COOL

Der 2022 mit 95 Jahren verstorbene, in New York geborene Henry Silva mit puerto-ricanischer Herkunft besaß eines dieser Gesichter, das man einmal sieht und nie wieder vergisst. Seit Anfang der 1950er Jahre bis 2001 spielte Silva in unzähligen Filmen mit, darunter Klassiker wie „Botschafter der Angst“ oder „Frankie und seine Spießgesellen“, aber ab den 1960er Jahren, als er nach Europa übersiedelte, vor allem viele zweitklassige italienischen Polizei- und Gangsterfilme, in denen er vorwiegend Bösewichte verkörperte. Trotz seiner speziellen Ausstrahlung kam Silva selten über Nebenrollen in amerikanischen und italienischen Low-Budget-Filmen hinaus. Und so stellt der Neo-Noir-Gangsterfilm „Die Rache des Johnny Cool“ („Johnny Cool“) eine der wenigen Ausnahmen dar, in denen man Silva als Hauptdarsteller sehen kann, an der Seite von Telly Savalas und Sammy Davis Jr., der auch den Titelsong singt. Regisseur William Asher drehte zwar zu Beginn seiner Karriere in den 1940er und 1950er Jahren noch andere Noir-Filme, ist aber eher bekannt für einige Teenager-Streifen des „Beach Party“-Genres. Er arbeitete auch viel fürs Fernsehen, wo er etwa einige Episoden der Serie „Verliebt in eine Hexe“ inszenierte, mit seiner Frau Elizabeth Montgomery in der Hauptrolle. Montgomery ist in „Die Rache des Johnny Cool“ die Komplizin von Silva, der den jungen sizilianischen Verbrecher Salvatore Giordano spielt, der im Auftrag eines in Rom im Exil lebenden US-Mafiosi in New York die Unterwelt aufmischt, um seinen Boss zu rächen. „Die Rache des Johnny Cool“, der 1964 in den deutschen Kinos lief, aber erst jetzt das erste Mal auf DVD und Blu-ray erschien, erweist sich als extrem unterhaltsamer düsterer, harter und nihilistischer Gangsterfilm mit einer, wie von Silva gewohnt, psychotischen Hauptfigur, der kein Happy Ende beschieden ist.

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