
Wunderbare Scheibe, die leider nur sechs Songs kurz ist, dafür bereits beim ersten Durchhören etwas auslöst. Der Gesang ist zwar auf Französisch, aber das Grundfeeling klingt im ersten Moment so gar nicht nach Bordeaux, sondern erinnert vielmehr nach Skandinavien und Bands wie den TERRIBLE FEELINGS, THE VICIOUS oder frühen LASTEN HAUTAUSMAA. Leicht melancholischer Post-Punk mit wenig Tageslicht, wunderbaren Gitarrenmelodien, einer Dichte und Leichtigkeit, die man eben viel eher im Norden auf der Landkarte suchen würde. Die doppelte Gitarrenarbeit zahlt sich hier gleich mehrfach aus, denn während die Rhythmusgitarre stoisch weiterarbeitet, legt sich die zwei Gitarre wie ein leichter Teppich darüber und zaubert dieses feine Post-Punk-Feeling. Die Gesangsmelodien und der Chöre runden das Ganze so harmonisch ab, dass man sehr schnell süchtig werden kann. Die Spieldauer ist zwar nicht gerade üppig, dafür gibt es allerdings auch keinen einzigen Füller, sondern sechs singlewürdige Songs, einer schöner als der andere. Auch wenn die fünf Mitglieder alle bereits in anderen Bands eingespannt sind, würde ich mich sehr über mehr von DISTANCE freuen. Vielleicht konzentrieren wir uns ja mal auf eine Band, auf eine, die wirklich was reißen kann, denn das hier ist großartig.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #183 Dezember 2025/Januar 2026 2025 und Kalle Stille
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #69 Dezember 2006/Januar 2007 und Robert Buchmann