ERASERHEAD

Anfang des Jahres verstarb David Lynch mit 78 Jahren und wurde damit Opfer seiner langjährigen Begeisterung fürs Rauchen. Auch wenn mich Lynchs künstlerisches Schaffen schon seit Anfang der 2000er Jahre nicht mehr wirklich begeistern konnte und auch sein Engagement für Transzendentale Meditation äußerst fragwürdig war, prägte er mit seinen oft albtraumhaften surrealistischen Filmen (als Maler oder Musiker war er ebenfalls aktiv) die Filmwelt der letzten knapp 50 Jahre wie kaum ein anderer. Bereits mit seinem Schwarzweiß-Spielfilmdebüt „Eraserhead“ (zuvor drehte er schon einige Kurzfilme) schuf Lynch ikonische Bilder, allen voran das seines Hauptdarstellers Jack Nance mit seiner bizarren Frisur, die ein wenig an die von Elsa Lanchester in James Whales Universal-Horror-Klassiker „Frankensteins Braut“ erinnert. Fünf Jahre dauerte es, bis Lynch den mit zum Teil von Freunden und Familie geborgten Geld finanzierten Film endlich fertigstellen konnte, umso bemerkenswerter ist das Endergebnis – auch im Vergleich zum eher ermüdenden experimentellen Frühwerk anderer legendärer Regisseure wie David Cronenberg –, das deutliche Spuren in der Popkultur hinterlassen hat. So wurde etwa der von der „Frau hinter dem Heizkörper“ gesungene Song „In Heaven“ von Bands wie den PIXIES, BAUHAUS oder TUXEDOMOON gelungen gecovert. Mit Horror- und Science-Fiction-Elementen erzählt Lynch darin die nur schwer wiederzugebende Geschichte einer bizarren Vaterschaft vor der Kulisse einer trostlosen, von Industriegebäuden geprägten Gegend. Nach wenig befriedigenden frühen DVD-Veröffentlichungen, erstellte Lynch selbst 2003 eine exzellent restaurierte DVD-Version, gefolgt von weiteren Blu-ray-Veröffentlichungen und aktuell einer 4K UHD-Edition, inklusive einer normalen Blu-ray mit fünf Kurzfilmen von Lynch und der Doku „Eraserhead Stories“.

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