
Alle fünf Jahre wieder, könnte ich in abwegiger Anlehnung zum Weihnachtsfest dichten. Nee, alle fünf Jahre kommt anscheinend ein neues Album der Ulmer Ska-Punks! Nach 2015, 2020 nun also 2025 das dritte Album in dieser Taktung, für das sich die Band absichtlich Zeit nahm, vor allem beim Aufnahmeprozess. Allzu ausgetüftelt braucht Ska-Punk nun nicht unbedingt zu sein, doch es war keine schlechte Entscheidung. Zwar sind die ersten drei Lieder gut, aber vieles kennen wir textlich schon irgendwoher. Aber den DIE TOTEN HOSEN- und SLIME-Fehler, dass angeblich irgendwo „Milch und Honig fließt“ (fließen!), umgehen sie prima. Dann kommt „Derselbe Traum“ und ich bin vollends in der Scheibe. Auch „Schwarzer Norden“ ist wieder unheimlich gut und „Nicht verstehen“ spricht mir aus der Seele. Denn die verlorenen Paradiese von dereinst tragen wir doch alle wehmütig in uns. Und in der „Einsamkeit“ ist es sowieso unheimlich („Sag mir, wie ich dich finden kann /Und wir gehen die Einsamkeit gemeinsam an“). Auch so ein Phänomen der Neuzeit: angeblich bessere Kennlernmöglichkeiten, aber zugleich gibt es immer mehr Singles beziehungsweise Menschen, die generell an Kontaktarmut leiden. Bei ESCANDALOS fühlst du dich verstanden und bei der tollen Mucke, die sie außerdem mitbringen, kann beim Erwerb dieses Tonträgers in zufälligen Vinylfarben ja nichts mehr schiefgehen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #152 Oktober/November 2020 und Markus Franz
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #141 Dezember/Januar 2018 und Markus Franz
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #183 Dezember 2025/Januar 2026 2025 und Markus Franz
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #151 August/September 2020 und Markus Franz