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FRANKENSTEIN ALIVE, ALIVE!

Steve Niles, Bernie Wrightson, Kelley Jones

Ein Comic, mit dem ich nicht gerechnet hätte, schließlich verstarb Bernie Wrightson 2017 viel zu früh, und einer, bei dem ich zugegebenermaßen mehr als einmal feuchte Augen hatte, denn ich war und bin Fan von dem, was er geschaffen hat. Ganz besonders aber bin ich ähnlich wie Wrightson ein Fan des von Frankenstein geschaffenen Monsters. Über Wrightson, seiner unverkennbaren Art, Hände, Äxte, Hass oder aufwändige Szenen mit nur zwei Farben darzustellen, könnte ich Bände füllen. Bei einer „Wetten, dass..?“-Sendung und dem Quiz „Erkennen Sie einen echten Wrightson aus 100 Bildern mit Händen oder Axtmorden“ würde ich problemlos gewinnen. In „Frankenstein Alive, Alive!“ widmet er sich ein allerletztes Mal seinem Lieblingsmonster und dessen Streben nach aufrichtiger Menschlichkeit. Detailverliebt bis zum wortwörtlich allerletzten Pinselstrich lebte sich Wrightson in opulenten Bildern aus, die man stundenlang studieren kann, um dann das letzte Kapitel an Kelley Jones übergeben zu müssen, weil es dafür leider einfach nicht mehr gereicht hat. Der beendet das Werk mit Ehrfurcht, auch wenn man den Klassenunterschied deutlich sehen kann, aber immerhin traute er sich und hat es nicht verhunzt. Ein Zeichner wie Wrightson würde heute in Museen hängen und zu den großen Meistern zählen, wenn er vor 300 oder 400 Jahren gelebt hätte. So konnte er dafür ganze Geschichten erzählen, die jede einzeln für sich steht. Sein Frankenstein ist das, was in den frühen Stummfilmen die Tragödie ausmachte, nicht den Schock und nicht den Horroreffekt. Es ist die Antwort auf die Frage, was es heißt, ein Mensch zu sein, nicht das Monster. Ein gewaltiges Bilderwerk, das einzigartig ist und bleibt – was für ein Vermächtnis.

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