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FRAU LEHMANN

Trost & Trotz

Wahrscheinlich war es jetzt einfach an der Zeit: Nach diversen Veröffentlichungen im Kleinformat liegt nun das erste Album von FRAU LEHMANN vor. Und ja, sofort sind die Assoziationen da – und zwar die zu Sven Regener, seinem Herrn Lehmann, vergangenem (West-)Berlin, so was halt. FRAU LEHMANN klingt aber nicht nach Regeners Hauptband, sondern nach etwas anderen Referenzen. Klar, durch die deutschsprachigen Texte und die Melancholie, die in den zwölf Indiepop-Perlen mitschwingen, kommt ein gewisses ELEMENT OF CRIME-Feeling auf. Da es sich bei FRAU LEHMANN aber um eine recht junge Band handelt, dazu mit Sängerin, die Texte dazu auch oft witzig und recht sarkastisch gleichzeitig sind, fühle ich mich eher an die LASSIE SINGERS, Christiane Rösinger, THEODOR SHITSTORM oder auch latent ACHT EIMER HÜHNERHERZEN erinnert. Es kommt nicht oft vor, dass ich bei Songs kurz auflache, weil der Text so witzig ist. Ist aber bei „DLF Kultur will dass wir brennen“ oder „Ausgetrocknet“ gerade passiert. Und das sind nur zwei von einem Dutzend Songs, die durchgehend sehr geistreich sind. So schwingen Musik und Texte eben zwischen Trost und Trotz. Wenn das für ein Konzept, somit zum Konzeptalbum reicht, dann haben FRAU LEHMANN mit ihrem ersten und einem der interessantesten Alben des noch jungen Pferdejahres, die volle Punktzahl erzielt.

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