
„Schwierig, hier das überstrapazierte Adjektiv „beatlesk“ zu vermeiden. Die GNOMES aus Frankston bei Melbourne knüpfen eher an die Tradition britischer Beat- und US-Powerpop-Bands an, die Greg Shaw seinerzeit auf Bomp! veröffentlichte, als an den ruppigen Garage-Mythos ihres Labels. Wo andere nach Schweiß riechen, duftet es hier nach Rickenbacker-Lack und Chiffonhemd: „Something about you“ tänzelt federleicht auf McCartneys Spuren, „She’s alright“ verschmilzt BEATLES-typische Akkordwechsel mit der süßen Direktheit von den POPPEES oder THE NASHVILLE RAMBLERS, und „I want you to know“ wirkt wie eine verlorene Single von BADFINGER – charmant, druckvoll, präzise arrangiert. Produktion und Spielweise halten das Gleichgewicht zwischen Nostalgie und Klarheit. Kein LoFi-Gestotter, sondern ein transparenter, warmer, analoger Klang, der jedes Instrument atmen lässt. Die Stimmen – leicht nasal, stets zweistimmig – schwingen sich mit unangestrengter Eleganz durch die Songs. Dabei beweist die Band ihr Gespür für Ökonomie: Kein Track dauert länger als nötig, kein Refrain wird totgeritten. „Introducing The Gnomes“ ist ein Album, das mit Understatement glänzt, weder nostalgisch stimmen noch provozieren will, stattdessen handwerkliches Geschick und eine womöglich strukturkonservative Rückbesinnung auf Songschreiber-Skills von vor 60 Jahren mit Hingabe an die große Schule des Pop in den Fokus nimmt.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #183 Dezember 2025/Januar 2026 2025 und Gereon Helmer
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #61 August/September 2005 und Martha Biadun