
Einmal ist das immer das erste Mal und so landet die geheimnisvolle schwedische Band GOAT, die 2012 ihr erstes Album „World Music“ veröffentlichte, jetzt auch endlich mal in meinem Player. Das Artwork ihrer bisherigen Platten macht schon deutlich, dass die Band, deren bunt kostümierte Mitglieder sich hinter Masken verstecken (der RESIDENTS-Effekt), ein Faible für Psychedelic und Weltmusik haben müssen, aber so genau weiß man das auch nicht, denn GOAT präsentieren sich auf ihrem neuen, titellosen Album wie schon in der Vergangenheit stilistisch als ziemlich unberechenbar. Beim Begriff Fusion denkt man ja eher an schlimmen Jazzrock, der passt aber dennoch sehr gut zu GOAT, die hier auf ziemlich wilde, mitreißend rhythmische und spirituelle Art den psychedelischen (Kraut-)Rock der 1970er Jahre mit Afrobeat, Funk, Dub, Ska, Folk und Jazz mischen. Dieses durchaus herausfordernde schräge Gemisch besitzt auch echte Freakout-Momente, wenn sich die Band in erstaunliche instrumentale Exzesse hineinsteigert. Man kann GOAT natürlich auch auf diesem Album auf die Kategorie psychedelische Weltmusik reduzieren, unterschlägt dabei aber ihre musikalischen Qualitäten und ihre stilistische Originalität, die Dinge miteinander in Einklang bringt, die eigentlich gar nicht in Einklang zu bringen sind, oder wenn, dann nur mit der Brechstange. Bei GOAT klingen selbst die abwegigsten Fusion-Experimente noch stimmig und ihr Album kann auch nach mehrmaligen Hören immer noch überraschen, ohne einen durch diesen extremen stilistischen Spagat zu ermüden.
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