
Grant: österreichisch, bayrisch, umgangssprachlich für übellaunig, Unmut. Außerdem eine Wiener Punkrock-Band, deren Sänger Anfang der 2000er Jahre Hardcore-Legende Rainer Krispel (TARGET OF DEMAND) war. Hier aber reden wir über GRAZER GRANT, also dem Unmut aus Graz, obwohl Frontmann Cle Pecher eigentlich aus Bischofshofen im Salzburger Land kommt. Dies verrät wohl auch der Dialekt, in dem der Labelgründer von Grazil Records auf diesem Album singt, schreit und manchmal auch spricht. „Revolution 4 Dummies“ heißt nicht nur der einzige englischsprachige und einer der wenigen tatsächlich melodischen Songs auf diesem Album, sondern ist auch der Titel des nach der bereits 2015 erschienen „Huach Zua“-EP zweiten Releases von GRAZER GRANT. Gründe für Übellaunigkeit gibt es in Österreich derzeit jedenfalls zur Genüge. FPÖ-Chef und Gewinner der letzten Nationalratswahl Herbert Kickl beispielsweise oder all die postpandemischen neurechten Auswüchse, die neuerdings im Netz und sonst wo zu bemerken sind. Die Musik dazu ist schneller, aggressiver Hardcore mit Mundarttexten, der mich dann und wann an die altehrwürdigen KURORT aus Bad Ischl erinnert. Schade eigentlich, dass die Welt vor die Hunde gehen und Europa noch weiter nach rechts rücken muss, um großartige Alben wie dieses hier entstehen zu lassen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und H.C. Roth