Bisher scheiterten alle Versuche, an den großen Erfolg von John Carpenters ikonischem Horror-Klassiker „Halloween“ von 1978 anzuknüpfen und dem geisterhaften Haddonfield-Killer Michael Myers mit der charakteristischen Gesichtsmaske neues Leben einzuhauchen. Carpenter war immer klug genug, bei den Fortsetzungen höchstens als Produzent oder Soundtrack-Komponist aufzutauchen – wahrscheinlich leicht verdientes Geld für ihn. Am stärksten dürfte er beim zweiten Teil von Rick Rosenthal (der zwei Jahre später den exzellenten „Bad Boys“ drehte) involviert gewesen sein, musste er doch für den eigentlichen Regisseur noch einige zusätzliche Szenen drehen, da den Produzenten der Film nicht hart genug war. Offenbar mit Erfolg, denn während der Originalfilm aufgrund der Abwesenheit sonderlich expliziter Splatter-Szenen niemals große Probleme mit dem deutschen Jugendschutz hatte, wurde Rosenthals eh schon um eine Szene geschnittener Film auf Video indiziert und beschlagnahmt (heute kaum noch nachvollziehbar) und war hierzulande seitdem nur in zensierter Form offiziell erhältlich. Seit Februar 2024 ist er sogar mit FSK 16-Freigabe ungeschnitten zu haben und erschien inzwischen auf DVD und Blu-ray 4K remastered und versehen mit interessantem Bonusmaterial. „Halloween II“ knüpft nahtlos an Carpenters Original an, besitzt denselben Look und wartet ebenfalls mit Jamie Lee Curtis als Laurie Strode und Donald Pleasence als Dr. Loomis als Hauptdarsteller auf. Dennoch strahlen die Auftritte des übermenschlichen Killers Michael Myers nicht dieselbe mysteriöse Bedrohlichkeit aus, die den großen Reiz von Carpenters Original ausmachte. Stattdessen metzelt sich „The Shape“ ähnlich unsubtil wie Jason Voorhees in den „Freitag der 13.“-Streifen durch ein Krankenhaus als Hauptschauplatz, in das Strode eingeliefert wurde.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Thomas Kerpen