
Gerade erschien im Ventil Verlag Harald Grosskopfs Autobiografie „Monsieur Séquenceur“, in der der 1949 in Hildesheim geborene Schlagzeuger und Keyboarder seine eng mit dem Krautrock der 1970er Jahre verbundene facettenreiche Karriere Revue passieren lässt. So war Grosskopf an über hundert Alben als Musiker beteiligt (etwa Joachim Witts Debütalbum „Silberblick“), gehörte WALLENSTEIN und der NDW-Band LILLI BERLIN an, spielte mit Manuel Göttsching bei ASHRA und begleitete auch das ehemalige TANGERINE DREAM-Mitglied Klaus Schulze. Auch unter seinem eigenen Namen veröffentlichte er ab 1980 der so genannten Berliner Schule verpflichtete Platten, die ersten beiden, „Synthesist“ (1980) und „Oceanheart“ (1986), wurden in den letzten Jahren bei Bureau B neu aufgelegt, wo jetzt auch Grosskopfs neues Album „Strom“ erscheint. Die Nähe seiner meist rein instrumentalen Synthieteppiche zu TANGERINE DREAM und Schulze ist auch hier unüberhörbar. Wirklich innovativ mag das vielleicht nicht sein, aber Grosskopf versteht es auch hier hervorragend, in einer Schnittmenge aus Post-Industrial, Ambient, Synthie-Pop und Techno mit abwechslungsreicher Rhythmik und eingängiger Melodik sowohl zeitgemäß als auch retrospektiv Berliner-Schule-Sounds gekonnt zu reanimieren.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #167 April/Mai 2023 und Thomas Kerpen
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Thomas Kerpen
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