
Neues aus Erlangen: Die Band mit einem der besten Deutschpunk-Namen ist wieder am Start. Sie freuen sich über eine Rezension, schreiben sie handschriftlich, „auch wenn der Sound zu räudig sein sollte.“ Nun ja, zu räudig ist hier gar nichts, sondern angenehm rauh. Merke: rauh und räudig sind unterschiedliche Wortstämme, die ähnlich klingen, aber nichts miteinander zu tun haben. Auch nicht als Steigerung. Zurück zur Musik. Kaum bollert der simple Deutschpunk von HUNDENOUGAT durch den Plattenbau, muss ich grinsen. Das alles ist angenehm unterhaltsam, ich fühle mich an die großartigen HUMAN PUNX mit „Nietzsches Schreibmaschine“ erinnert, mit einem Spritzer EA80. Allerdings befürchte ich, dass HUNDENOUGAT nicht ganz so ironisch unterwegs sind und das, was sie als Band tun, recht ernst nehmen. Aber mal ehrlich, bei so einem Namen – wie ernst willst du dich da nehmen, als räudige Deutschpunk-Band? Explizit muss hier gesagt werden: nicht als deutschsprachige Punkband. Denn das hier ist Deutschpunk. Punkt. Wie man ihn seit den 1990ern kennt. Textlich sind sie, wenn du genau hinschaust, doch überraschend reflektiert. Interessante Band, weil hier viele Dinge zusammenkommen, die auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Gary Flanell
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #156 Juni/Juli 2021 und Gary Flanell