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POGENDROBLEM

Ich – wir

Ein halber Rerelease. Vier neue Songs auf der A-Seite, die POGENDROBLEM auf dem aktuellen Weg dokumentieren. Dieser führt eindeutig zu mehr Pop, Leichtigkeit und weniger Zorn, der zwischen den Zähnen durchgepresst wird. Die Botschaft ist dieselbe, nur lockerer und damit treffsicherer. „Foucault im Großraumbüro“ (der Philosoph, nicht der Eishockeyspieler) oder „WG gesucht“ haben Drive, Eleganz, flotte, kurz angeschlagene Gitarren und einen leicht übergeschnappten Gesang, ähnlich wie NOVOTNY TV. Die Richtung gefällt mir, weil sie wegführt von dem, was auf der B-Seite mit dem ersten Release „Raus“ (bisher wahlweise Tape oder CD-R, aber noch nie auf Vinyl) als stark von PISSE beeinflusste Band, ohne Orgel und Theremin, erkennbar war. Zwar mit eigener Note, aber eben nicht so weit weg, dass man darüber nicht etliche Abende bei Bier und Keksen hätte diskutieren können wie über Fußball. Der Schritt zwischen A- und B-Seite ist immens, die Dokumentation der Entwicklung dankenswert, aber im hoffentlich längeren Gesamtkontext und der Releases, die da noch kommen mögen, nur ein Zwischenstopp, der am Ende nicht als richtige LP durchgehen wird, weil alles drumherum in sich stimmig ist. Soll heißen, dass das Gesamtkonzept einer LP hier nicht greift, die jeweilige Seite aber für sich steht. Nur ein Vorgeschmack auf neue Taten, auf die ich aufrichtig gespannt bin.