
Es ist schon verblüffend, wie sich eine 2023 gegründete britische Band dermaßen wie in den 1960ern stylen kann. Alleine das Bandfoto auf ihrer 2024 erschienenen Single „Running Out Of Time/Apres Jeudi“ löst extreme Déjà-Vus aus und ist in ähnlicher Form sicherlich auf zahllosen Veröffentlichungen von Psychedelic/Garage-Rock-Bands der 1960er zu sehen. Perfekte Mimikry, die sich in der Musik fortsetzt. Und so lässt auch das Lavalampen-Artwork ihres von Liam Watson produzierten Debütalbums kaum Zweifel darüber aufkommen, wie die Band wohl klingt, die in der UK-Psychedelic-Garage-Rock/Pop-Szene gerade der heiße Scheiß sein soll. Durchaus zu Recht, denn THE CRYSTAL TEARDROP haben nicht nur ein schickes Artwork, sondern auch songwriterisch was drauf. Während mich viele solcher Retro-Bands wegen ihrer allzu stereotypen Aneignung von Sixties-Sounds meist schnell langweilen, besitzen THE CRYSTAL TEARDROP musikalisch den richtigen Biss und die nötige Originalität, um mehr als nur substanzlose Kopisten zu sein, wozu sicherlich ihre charakteristische Frontfrau und Gitarristin Alexandra Rose Mason beiträgt. Und es liegt sicher nicht nur am Song „The rain parade“, dass mich THE CRYSTAL TEARDROP an genau diese Band aus dem Umfeld der „Paisley Underground“ genannten Neo-Psychedelic-Szene in Los Angeles Anfang der 1980er erinnert. Und auch an die ebenfalls zu dieser gehörenden frühen THE BANGLES.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #181 August/September 2025 und Thomas Kerpen