1975 drehte der auch für die Hammer Studios tätige ungarische Regisseur Peter Sasdy („Wie schmeckt das Blut von Dracula?“) mit „Der Teufel in ihr“ einen Film über ein dämonisches Baby. Allerdings nur ein ganz normales Baby ohne Monster-Make-up, was das Bedrohungspotential ziemlich schmälerte. Vermutlich kannten die Produzenten dieses Sexploitation-Horror-Thrashs den ein Jahre zuvor entstandenen Larry Cohen-Film „Die Wiege des Bösen“ („It’s Alive“), in dem sich das Neugeborene eines Ehepaars als monströses und blutrünstiges Monster-Baby entpuppt, eine frühe, noch wenig überzeugende Kreation von Rick Baker, insofern ist es ganz gut, dass man erst sehr spät etwas davon zu sehen bekommt. Cohens Film (zuvor drehte er „Der Pate von Harlem“) ist trotz des geringen Budgets durchaus kompetent gemacht und gewinnt in atmosphärischer Hinsicht durch die Musik von Hitchcock-Hauskomponist Bernard Herrmann (eine seiner letzten Arbeiten), wird aber letztendlich durch die trashigen Effekte ruiniert, die schon damals niemand ernst nehmen konnte. Insofern ist es erstaunlich, dass Cohen mit „Die Wiege des Satans“ („It Lives Again“) und „Die Wiege des Schreckens“ („It’s Alive III: Island of the Alive“) 1978 und 1987 noch zwei Fortsetzungen drehte, die zwar noch trashiger sind, aber dadurch den Unterhaltungswerte beider Filme deutlich steigern, und in denen es mehrere Babys gibt. Während „Die Wiege des Satans“ wie eine schräge Parodie auf die Anfang der 1970er entstandene Lebensrechtsbewegung wirkt, wird man in „Die Wiege des Schreckens“ mit den inzwischen ausgewachsenen, zu Kannibalismus neigenden Monster-Babys konfrontiert, die man auf einer einsamen Insel ausgesetzt hatte, was auf ein herzzerreißendes Finale hinausläuft. Cohen hinsichtlich der Spezialeffekte nicht gut gealterter Monster-Spaß erschien jetzt als Trilogie einer Blu-ray-Box in exzellenter Qualität und mit Bonusmaterial.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Thomas Kerpen