
2022 entstand mit „Galaxy Heart“ das bisher letzte Album der aus Montreal stammenden Violinistin und Komponistin Jessica Moss, das wie alle bisherigen bei Constellation veröffentlichte wurde, mit Ausnahme ihres Debüts „Under Plastic Island“, das 2015 nur auf Musikkassette erschien. Natürlich ist Moss keine Unbekannte in der Musikszene der zweitgrößten Stadt Kanadas und gehörte 15 Jahre lang zum Ensemble von THEE SILVER MT. ZION MEMORIAL ORCHESTRA. Zwar heißt ihr neuestes Werk „Unfolding“, aber für nur mit limitierter Aufmerksamkeitsspanne ausgestattete Personen dürfte sich bei den insgesamt sechs instrumentalen Kompositionen wahrscheinlich insgesamt zu wenig „entfalten“. Dennoch ist Moss eine Meisterin im Bereich von atmosphärischen wie hypnotischen Ambient-Drone-Kompositionen, die bei ihr eine faszinierende düstere Melodiösität aufweisen, wenn man denn die Geduld mitbringt, sich auf ihre rituell anmutenden Soundscapes einzulassen. Zudem besitzt „Unfolding“ diesmal einen interessanten orientalischen Touch, denn maßgeblich beteiligt daran war der aus dem Libanon stammende, seit den 1990ern in Montreal lebende Radwan Ghazi Moumneh, Sänger, Gitarrist, Toningenieur und Mitbegründer des dortigen Hotel2Tango Studios, der sich bei seinem Projekt JERUSALEM IN MY HEART arabischer Folklore annahm, gefiltert durch die Augen von Aphex Twin.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #165 Dezember 2022 /Januar 2023 2022 und Thomas Kerpen
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