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LAUREL UND HARDY

Gianluca Buttolo

Warum „Laurel und Hardy“ im deutschsprachigen Raum hauptsächlich unter dem ziemlich negativ besetzten Label „Dick und Doof“ bekannt waren und vermarktet wurden, ist mir ein Rätsel. Ja, argloser Slapstick mit Erwachsenen, die sich kindlich albern verhalten, war ihr Markenzeichen. Das war vermutlich – unabhängig von Produzent Hal Roachs wohl finanziell motivierten Deals (was das natürlich keineswegs entschuldigt) mit dem Mussolini-Clan und Leni Riefenstahl – einer der zentralen Gründe, warum ihre Filme in den deutschen Kinos des Dritten Reichs zu sehen waren. Menschen zum Lachen zu bringen, indem er Alltagssituationen mit einem wiedererkennbaren Kern übertrieb, war aber Stan Laurels eigentliches Ziel. Davon lässt Gianluca Buttolo Laurel in seiner auf der wahren (?) Begebenheit eines Telefonats zwischen Laurel (dessen Nummer zeit seines Lebens im Telefonbuch zu finden war) und einem Jungen aufgebauten Graphic Novel erzählen. In reduzierten schwarzweißen, stummfilmartigen Panels lässt er das an Höhen und Tiefen reiche Leben des Comedy-Duos Revue passieren. Dabei erhebt er keinen Anspruch auf Vollständigkeit, viele Details werden nur am Rande touchiert, wie die Anfänge von Laurels Karriere, die der Sohn eines Schauspielehepaars unter seinem Geburtsnamen Arthur Stanley Jefferson in England begann, bevor er nach Engagements in Schottland und Touren durch Europa gemeinsam mit Charlie Chaplin als Teil von Fred Karnos Comedy-Truppe in die USA reiste. Dennoch ist Buttolo eine eindrucksvolle Hommage an die beiden Meister der Improvisation gelungen, deren Drehbuch für den oscarprämierten Kurzfilm „Das verrückte Klavier“ („The Music Box“) angeblich lediglich aus dem Wort „Klavier“ bestand.

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