
Mit „Blutgericht in Texas“ („The Texas Chainsaw Massacre“) schuf Tobe Hooper 1974 einen nihilistischen Klassiker des Horrorgenres, inspiriert von den Taten des real existierenden nekrophilen Serienmörders Ed Gein. Zwölf Jahre später drehte Hooper eine exzessive Fortsetzung mit parodistischen Zügen. Danach folgten weitere weitgehend gescheiterte Versuche, aus Hoopers Kultfilm ein ernstzunehmendes Franchise zu machen, die aber zumindest kommerziell den gewünschten Effekt hatten. Probleme mit dem deutschen Jugendschutz waren schon wegen des Filmtitels vorprogrammiert, und so waren beide Hooper-Filme hierzulande jahrelang beschlagnahmt. Die darauf folgende Teile waren meist schon in den Staaten für ein R-Rating entschärft worden – Unrated-Fassungen fanden gar nicht oder nur als Bootleg den Weg nach Deutschland. So erging es auch „Leatherface: Texas Chainsaw Massacre III“, vier Jahre nach Hoopers zweitem Teil entstanden, mit Viggo Mortensen in einer seiner frühen Rollen, neben Ken Foree aus Romeros „Zombie“. Zwar lief „Leatherface – Die neue Dimension des Grauens“ von Jeff Burr in der ungekürzten R-Rated-Fassung in den deutschen Kinos, aufgrund der Probleme mit den vorherigen beiden Filmen, traute sich aber niemand, ihn auf Video zu veröffentlichen. Und so waren alle bisherigen Video- und DVD-Releases Bootlegs, zumindest war darauf zum Teil auch die Unrated-Fassung enthalten. Vor zwei Jahren gab es dann von Plaion die erste legale Veröffentlichung mit Unrated- und Kinofassung im Mediabook und reichlich Bonusmaterial, jetzt gefolgt von einer identischen Digipak-Neuauflage. Der Trailer von TCM III, in dem John Boormans „Excalibur“ frech parodiert wurde, ist immer noch großartig, der Film selbst ist trotz einiger netter Schauwerte leider nur ein substanzloser Aufguss von Hoopers Horror-Klassiker.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Thomas Kerpen