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LOVE EQUALS DEATH

Gravity And Grace

Dem einen oder anderen älteren Semester dürften die kalifornischen Düsterpunks noch ein Begriff sein – insbesondere dank ihres 2006er Albums „Nightmerica“ auf Fat Wreck. Doch irgendwie standen sie durchweg im Schatten ihrer großen Brüder AFI – nicht zuletzt, weil deren Gitarrist Jade Puget noch bis 2002 gemeinsam mit LOVE EQUALS DEATH-Sänger Chon Travis das Projekt LOOSE CHANGE betrieb und auch stimmlich eine hochgradige Verwechslungsgefahr mit Davey Havok besteht. Nach der zwischenzeitlichen Auflösung im Jahr 2009 widmete sich Travis dann vorwiegend seinen Soloprojekten, scheint mittlerweile aber wieder am Punkrock Gefallen gefunden zu haben. Und das klingt nach wie vor sehr gut – eine Mischung aus alten (schnelleren) AFI und Billy Idol beschreibt es recht treffend. Während die großen Brüder indessen im beliebigen Düster-Elektro-Mainstream-Pop dahin darben, begeistern Chon und seine Mannen mit mitreißenden Songs: melancholische Oktavgitarren, druckvolle Drums, harmonische Chöre, alles inklusive. Das ist beileibe nichts Neues, aber dafür solide und ziemlich eingängig. Und auch dank des prägnanten Riffings der Rhythmusgitarre hebt man sich von der Masse ab. Damals, Mitte der Nuller Jahre, war es vielleicht noch nicht an der Zeit, doch heute könnte es durchaus mit dem Durchbruch klappen.