
LÙLÙ sind ein französisches Quintett aus Lyon and Marseille mit personellen Überschneidungen zu POGY ET LES KÉFARS, EDGAR SUIT, AVIONS, FONTANAROSA und IRNINI MONS. Hier direkt das Etikett „Supergroup“ anzubringen, wäre vielleicht etwas zu viel des Guten, aber zu betonen, dass LÙLÙ aus diesem Referenzspektrum einen erstklassigen Powerpop-Sound abwerfen, dürfte nicht überraschen. Sie singen ihre Songs bilingual alternierend zwischen Französisch und Italienisch, knüpfen eine Hook an die nächste, sparen nicht an verzuckerten Melodien und rahmen das alles mit einer Feelgood-Aura ein. Während sich Vergleiche zu THE BEAT, THE RECORDS, THE NERVES et al. anbieten, fallen LÙLÙ zudem mit Songwriting-Skills auf, die den Bogen schlagen von HEARTBREAKERS (Petty) zu HEARTBREAKERS (Thunders) und die einer Leadgitarre Vorfahrt gewähren, die in ihrer Schnittigkeit und Präzision der Handwerkskunst Kyle Seelys von SHEER MAG kaum nachsteht. Und da sie dazu noch im erweiterten Einflussbereich von Brill Building-Pop und Sixties Girl Groups grasen, sollten die Gründe ausreichen, diese Platte direkt neben anderen Hochkarätern einzuschranken, durch die die Powerpop-Welt in den letzten paar Jahren um einiges reicher geworden ist, wie etwa ALVILDA, CŒUR À L’INDEX oder THE WHIFFS, um nur einige weitere Beispiele zu nennen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #180 Juni/Juli 2025 und Matti Bildt