LEICHTE BEUTE

Miguelanxo Prado

„[...] die Steuerreform straft die Armen, [...] die Menschen haben nicht genug, um ihre Hypothek abzubezahlen; die Renten sind keinen Heller mehr wert und die Banken gehen zugrunde, wenn sie die Menschen nicht weiter betrügen können.“ Dieser Ausschnitt aus der „Gebrauchsanweisung“ des spanischen Comiczeichners Miguelanxo Prado weist den Weg und den Tonfall des nachfolgenden Kriminalthrillers.

Prado ist wütend. So wütend, dass er ausgehend von der wahren Begebenheit des Suizids eines alten Ehepaars visuell wie inhaltlich einen kalten Rachefeldzug startet. Prados sonst so farbenfrohe Kolorierungen versinken in diesem Band in düsteren Graustufen.

Der Leser soll sich auf den Inhalt konzentrieren, nicht auf die Zeichnungen. Er analysiert die Bankenkrise, verknüpft sie gleichzeitig auch mit persönlichen Schicksalen. Schade nur, dass das ursprüngliche Handlettering einem Schreibmaschinenschriftsatz zum Opfer gefallen ist.

Das war dann selbst Prado zu kalt. Seine eigentliche Botschaft lautet Solidarität: „Es braucht eine ethische Übereinkunft, dass die, die mehr haben, auch mehr geben. Nur so kann es eine ausgewogene Gesellschaft geben.“