
Einen mehr als gelungenen Einstand legt die in Tschechien geborene Wahllondonerin Misha Chylkova auf Gare du Nord vor. Warmherzig, beseelt, spirituell und verspielt zugleich, bündelt das Album vielfältige Soundansätze, vermischt TripHop mit Kammer-Pop, Verwaschene Samples und kratzige Loops von antiken Instrumenten wie dem Harmonium geben den unkonventionellen Songstrukturen zusätzliche Farbe, während Mishas eigensinnige Intonation natürlich Assoziationen zu Sängerinnen wie Beth Gibbons oder, wenn die Klangfarbe etwas düsterer wird, auch Nico oder Siouxsie Sioux herstellt. Die sphärisch-dronige Produktion wirkt, auch wenn viel Elektronik involviert ist, niemals unterkühlt, eher organisch und mit dem Soul der Maschinen zusammengebraut. Ein spannendes Album, das liebevoll inszeniert ist, und das mit jedem Durchlauf neue Details preisgibt.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Gereon Helmer