Foto

MISSION: IMPOSSIBLE - THE FINAL RECKONING

Vor zwei Jahren erschien mit „Mission: Impossible – Dead Reckoning“ der siebte Teil der „Mission Impossible“-Filmreihe, in der Tom Cruise mit inzwischen 63 Jahren immer noch recht überzeugend den unverwüstlichen Geheimagenten Ethan Hunt der Impossible Mission Force (IMF) spielte. Für mich war Ethan Hunt lange der bessere Bond, wobei der nächste Bond-Darsteller ja noch nicht feststeht – aber er dürfte wohl halb so alt sein wie Cruise. In „Dead Reckoning“ bekam es Hunt mit einem zeitgemäßen KI-Bösewicht zu tun, der sogenannten „Entität“, einer sich selbst weiterentwickelnden künstlichen Intelligenz mit unbekannten Zielen, die aber natürlich nichts Gutes im Schilde führte. Gerade wird ja durchaus berechtigt viel über die Gefahren von künstlicher Intelligenz debattiert, die größte Gefahr für diesen Planeten scheint aber immer noch vom Menschen selbst auszugehen (siehe USA). Und so ist die Jagd auf „Entität“ in „The Final Reckoning“, der inzwischen auch auf DVD und Blu-ray erhältlich ist, zwar mal wieder spektakulär, aber strahlt nichts wirklich bedrohliches aus. Zudem besitzt „The Final Reckoning“ mit 170 Minuten eine fast schon obszöne Überlänge – man fragt sich nicht nur einmal, worum es eigentlich genau geht. Die Actionszenen sind wie gewohnt hochgradig größenwahnsinnig, vor allem am Ende, als Hunt bei einer Doppeldecker-Verfolgungsjagd zweimal das Gefährt wechselt und mal wieder mehr Leben als eine Katze besitzt. Aber so richtig Spaß machen will „The Final Reckoning“ auch als hirnloses, rein eskapistisches Vergnügen nicht, alles wirkt seltsam pathetisch und schwerfällig, auch die gewohnte Selbstironie sucht man vergeblich. Vor lauter Weltuntergangsstimmung und Ernsthaftigkeit will sich kein wirklicher Adrenalinrausch einstellen, womit sich das Franchise langsam aber sicher in die Bedeutungslosigkeit manövriert hat.

Anzeige