MISSOURI

Der amerikanische Regisseur Blake Edwards war vor allem für seine Komödien bekannt, ernste Stoffe finden sich bei ihm selten. Allen voran natürlich die Pink-Panther-Filme mit Peter Sellers in der Hauptrolle, mit dem er 1968 auch den Slapstick-Geniestreich „Der Partyschreck“ drehte. Drei Jahre später drehte er den Western „Missouri“ („Wild Rovers“, was „wilde Vagabunden“ bedeutet) und kehrte damit zu seinen Anfängen als Drehbuchautor in den 1940er Jahren zurück, als er schon mal an zwei Western beteiligt war. Warum „Wild Rovers“ in Deutschland „Missouri“ heißt, ist nicht ganz nachvollziehbar, denn der eigentliche Schauplatz ist die Ranch des Viehzüchters Walt Buckman (Karl Malden) in Montana, wo der in die Jahre gekommene Cowboy Ross Bodine (William Holden aus Peckinpahs „The Wild Bunch“) und sein jüngerer Kollege Frank Post (Ryan O’Neal) arbeiten. Zu Beginn bemüht sich Edwards um eine möglichst naturalistische, wenn auch leicht romantisierte und nicht ganz klischeefreie Darstellung des Cowboyalltags (der Marlboro-Mann ist da nicht weit), zeigt aber auch schnell die harte und gefährliche Lebensrealität der Cowboys. Am Rande thematisiert wird auch der Konflikt zwischen Buckman und einem Schafzüchter, der tragisch endet, so wie der Film insgesamt. Eigentlich geht es aber um das Schicksal der beiden Cowboys, die schließlich eine Bank ausrauben, um sich mit dem erbeuteten Geld in Mexiko niederzulassen, was zu einer ausgedehnten Menschenjagd führt, an der sich die Söhne Buckmans beteiligen. „Missouri“ ist ein wunderbar inszenierter epischer Spätwestern (statt gut zwei Stunden sollte er eigentlich drei Stunden dauern), der die Härte von Peckinpah mit dem melancholischen Humor von George Roy Hills „Zwei Banditen“ verbindet. „Missouri“ erschien jetzt das erste Mal auf DVD und Blu-ray, ohne besondere Extras, und ist ein völlig unterbewertetes Werk in Edwards Schaffen.

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