
Die erste EP der niederländischen Trios MORTIFERO von 2021 hieß passenderweise „The Death Ballads“, denn der düstere, textlich um Themen wie Tod, Mord, Okkultismus und Hexerei kreisende Neofolk ließ nicht gerade unbeschwerte Partystimmung aufkommen. Auf die sieben Todesballaden folgen jetzt auf dem ersten Longplayer elf weitere unheilvolle Geschichten, die Titel tragen wie „Pitch black dark“, „The road that leads to death“ oder „The banquet of death“ und recht aussagekräftig für die Stimmung der Platte sein dürften. „The Baleful Tales“, wieder bei Ván auf CD und LP erschienen, ist aber mehr als der trübselige Soundtrack für abendliche Friedhofsbesuche, denn MORTIFERO können aus der spartanischen Besetzung erstaunlich viel herausholen und ihren Songs eine emotionale Tiefe verleihen, die durchaus an Nick Cave oder den Johnny Cash der „American Recordings“ erinnert. Großen Anteil an der Intensität der Platte hat nicht zuletzt Sängerin und Songwriterin Michelle „Mortifero“ Bouma – ebenfalls für einige niederländische Black Metal-Bands als Live-Bassistin aktiv –, die auf subtile Weise ihren Gesang variieren kann, der mal lieblicher, mal bedrohlicher klingt und den Motor für die auch hinsichtlich der überschaubaren Instrumentierung extrem einfallsreichen Songs liefert.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Thomas Kerpen
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #157 August/September 2021 und Markus Kolodziej