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MOTÖRHEAD - Eine Biografie

Frank Schäfer

Frank Schäfers (u.a. Rock Hard) erste Erinnerung an MOTÖRHEAD ist deren Auftritt in der TV-Sendung „Musikladen“ und die verstörte Reaktion seines älteren Bruders darauf, der immerhin auf BLACK SABBATH und KISS stand. Schäfer fand MOTÖRHEAD immer gut und er war, wie so viele andere auch, tief über Lemmys Tod 2015 erschüttert. Auf den 261 Seiten gelingt ihm in beeindruckender Weise, die Geschichte von Lemmy und MOTÖRHEAD lebhaft nachzuzeichnen, ohne dafür eigens Interviews mit der Band geführt zu haben. So beschreibt er den Werdegang von Lemmy von THE ROCKIN’ VICKERS, SAM GOPAL und natürlich HAWKWIND bis zur Gründung von MOTÖRHEAD 1975. Er berichtet von den anfänglichen Schwierigkeiten, die fast zur Aufgabe geführt hätten, der kommerziellen Hochphase Anfang der 1980er, bandinternen Querelen, harten Zeiten in den späten 1980ern und 1990ern, Lemmys Einzug in das Feuilleton als unerschöpfliche Zitatmaschine, seine irgendwann nahezu unantastbare Rolle als Godfather of Metal bis hin zu seinem dem Lebenswandel geschuldeten kläglichen Ende. Schäfer ist an den richtigen Stellen kritisch und entlarvt den Mythos Lemmy, indem er geschickt, aber stets respektvoll die Kunstfigur, zu der dieser im Laufe der Zeit (gemacht) wurde, mit Handlungen, Äußerungen und Songtexten abgleicht. So äußert sich Lemmy immer wieder kritisch über seinen eigenen Vater, der die Familie früh verlassen hat, verhält sich gegenüber seinen eigenen Kindern aber jahrzehntelang nicht anders. Dieses Buch ist eine hervorragende Ergänzung zu Lemmys „White Line Fever“ und „Make My Day – The Rock’n’Roll Story Of Fast Eddie Clarke“, kann aber auch als Startpunkt in die Geschichte der Band dienen.

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