
Wenn man in Grünanlagen unterwegs ist, hat man es in der Regel nicht eilig. Man führt seinen Hund aus, hängt seinen Gedanken nach oder schnappt einfach nur frische Luft. Die Sonne scheint, Kinder spielen, Schmetterlinge flattern über die Wiese. Die Musik von PARKWALKER passt perfekt in diese Idylle. Leise und vorsichtig. Emopop oder Slowcore nennt man das wohl. Mit ordentlich 1990er-Flair. Gemächliche Songs mit zwei cleanen Gitarren, entspannten Drums, einem anschmiegsamen Bass und der warmen Stimme von Sänger Nicola Mingirulli, die direkt an den Sound des Debütalbums „Distant Phenomena“ (2021) anknüpfen. Ideal geeignet für Fans von BUFFALO TOM oder THE WEAKERTHANS. Keine Musik für wilde Partys, sondern eher für den sonnigen Sonntagnachmittag. Inhaltlich geht es um stille Reflexionen, Erinnerungen, Verlust, Konflikte oder Freundschaften. Sehr introspektiv also. Produziert von Christian Bethge (MESSER, POGENDROBLEM) in den Rama Studios in Mannheim. Die Bandmitglieder von PARKWALKER leben in Berlin, Stuttgart und Karlsruhe und telefonieren vermutlich viel miteinander. Durch Erfahrungen in diversen anderen Bands wie THE TIDAL SLEEP können sie die Distanz aber offenbar ohne Probleme überbrücken. Ein Album, das die Wartezeit bis zum nächsten Release von DEATH CAB FOR CUTIE wunderbar verkürzen kann.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #155 April/Mai 2021 und Nico Bensing
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #185 April/Mai 2026 und Wolfram Hanke