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PUNK - Salvador Costa’s April 77 Photographs

Die seltsamen Nebengeschichten der Punk-Historie ... Als Punk 1976 losging, war Spanien gerade auf dem Weg zur Demokratie nach Jahrzehnten faschistischer Franco-Diktatur. Schon im September 1976 hatte ein Musikmagazin eine Titelstory zu Punk in London. Der Künstler Jordi Valls aus Barcelona lebte damals in London, bekam mit, was sich da zusammenbraute, wies den Herausgeber des Musikmagazins Star aus Barcelona darauf hin, und im April 1977 machte sich Valls Cousin Salvador Costa, ein Fotograf, auf den Weg in die britische Hauptstadt. In einer Woche verschoss er dort 17 Rollen Schwarzweiß-Film, dokumentierte in kleinen Clubs die aufblühende Punkszene, fotografierte Bands wie STRANGLERS, GENERATION X, JOHNNY MOPED, THE JAM, THE LURKERS und XTC. Und er machte wie Schnappschüsse wirkende Fotos des Publikums, von Randdetails, von Flyern und Postern, portraitierte Szenegänger:innen mit ihren höchst individuellen Looks. All das waren vom Zufall bestimmte Momentaufnahmen, die wenige Monate später als (auf Wunsch Costas) auf billigem Papier gedrucktes Fotobuch zum kleinen Preis in Spanien (und anderswo in Europa) am Kiosk standen – und jenseits der sensationsheischenden Punk-Geschichten der Boulevardpresse ein „echteres“ Bild des jungen Phänomens zeigte. Das Buch war entsprechend prägend für eine ganze Generation spanischer Punks, geriet in Vergessenheit, und wurde nun von Munster Records-Inhaber Iñigo Pastor sowie den Erben des 2008 im Alter von 60 Jahren verstorbenen Costa in modernisierter Neuauflage wieder verfügbar gemacht. Wieder in bezahlbarer Ausstattung, ergänzt um englische und spanische Linernotes. Ein essentielles Werk, das den Blick auf Details lenkt – zum Beispiel: Schuhe.

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