
Erinnert ihr euch noch an die Zeit, in der NOFX uns mit „Linoleum“ in den Skatepark gelockt, wir zu NO USE FOR A NAME das Käppi nach hinten gedreht und uns LAGWAGON mit guter Laune von Molotowcocktail-Fantasien abgehalten haben? Damit haben RAFFNIX gar nix zu tun. Die Zeit war eine ähnliche, aber das passierte ein paar tausend Kilometer entfernt, während in Hannover Straßenbarrikaden brannten und ein Supermarkt geplündert wurde. Lederjacken, bunte Haare und der Iro gehörten zum guten Ton; DRITTE WAHL haben noch provoziert, FAHNENFLUCHT waren auf der Suche nach dem geklauten Nothammer und ZAUNPFAHL hatten ihr Stellengesuch als Terrorist ausgeschrieben. Wie aus genau dieser Zeit klingt „Monster“ von RAFFNIX aus Aachen. Die Schallplatte ist laut Quellen schon 2023 erschienen. Damit klingt der Longplayer frischer und moderner als alles, was die Aachener mit niederländischen Wurzeln zuvor veröffentlicht haben. Die Texte sind thematisch wie früher, haben nur mit Dummheiten wie AfD und Schwurbelmist ein Update bekommen. Durch einen Sängerwechsel kommen sie jetzt cleaner und weniger gebrüllt rüber. „Monster“ ist nichts wirklich Neues, gefällt aber nicht nur jenen, die gerne wieder einen Supermarkt plündern würden.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #185 April/Mai 2026 und Fabi Schulenkorf