REBECCA FOON & ALIAYTA FOON-DANCOES

Reverie

Die kanadische Komponistin und Cellistin Rebecca beziehungsweise Beckie Foon ist keine Unbekannte im Umfeld des Constellation-Labels und der damit verknüpften Bands, war sie doch Mitglied von GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR oder A SILVER MT. ZION und veröffentlichte auch mit ihrem eigenen Projekt ESMERINE seit 2003 einige sehr schöne von Neoklassik geprägte Platten. Dementsprechend war auch ihr erstes Solo-Album „Waxing Moon“ von 2020 von reduziertem Neoklassik-Kammerpop bestimmt, dem trotz sehr ansprechender Klangästhetik oft die wirklich erinnerungswürdigen Momente fehlten. „Reverie“ entstand jetzt in Zusammenarbeit mit ihrer Schwester Aliayta Foon-Dancoes, die als Violinistin schon oft mit dem London Symphony Orchestra zusammengearbeitet hat. Neben Cello und Violine steuern die beiden Schwestern auch minimalistische Piano-Klänge bei. „Reverie“ ist natürlich weit entfernt von konventioneller Rockmusik und erinnert mit seinen ätherischen Ambient-Drone-Sounds an die Soundtracks von Michael Nyman oder Ryuichi Sakamoto, ist aber hinsichtlich der Spannungsbögen deutlich meditativer und weniger dramatisch. Auch „Reverie“ könnte man die Abwesenheit wirklicher Höhepunkte vorwerfen, aber es sind die kleinen nuancierten Details, die das schwermütige Album der Foon-Schwestern so berührend emotional, atmosphärisch und facettenreich machen.

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