RED DAWN

1984 bahnte sich so langsam die Schlussphase des als Kalter Krieg bekannten Konflikts zwischen den Supermächten USA und der Sowjetunion an. Dieser eigentlich überwunden geglaubte Ost-West-Konflikt holt uns gerade wieder mit voller Wucht ein, weswegen man versucht sein könnte, John Milius’ hierzulande unter dem Titel „Die rote Flut“ bekannten Film „Red Dawn“, der von 1985 von 2001 sogar indiziert war, irgendeine tagespolitische Bedeutung zu geben. Bereits 2012 gab es ein Remake, bei dem amüsanterweise aus der Invasion der USA durch kubanische, nicaraguanische und sowjetische Truppen eine nordkoreanischen Invasion wurde, gegen die eine Gruppe junger Leute als Guerillakämpfer ihre Heimat verteidigen muss. Von Kritikerseite hieß es dazu: „Ein schlichter Haudrauf-Film, der das unterkomplexe Szenario der Vorlage noch unterbietet und überdies chauvinistisch-rassistisches und antidemokratisches Gedankengut transportiert.“ Oder aber ist das Ganze so schlecht, dass es schon fast wieder richtig gut ist? Wer einen nicht ganz billigen Selbstversuch durchführen möchte, kann jetzt zur 4K UHD-Edition im Mediabook greifen, die auf einer Bonus-Blu-ray auch noch ein bisschen Zusatzmaterial enthält. Regisseur Milius war als Drehbuchautor an „Apocalypse Now“ und am zweiten „Dirty Harry“-Film beteiligt. Zwei Jahre vor „Red Dawn“ hatte er den schön groben „Conan der Barbar“ („voller Gewalt, Blut und Menschenverachtung“) gedreht, aber seine mit aufstrebenden Jungstars wie Patrick Swayze, C. Thomas Howell, Jennifer Grey, Charlie Sheen und Lea Thompson umgesetzte Vorstellung vom Dritten Weltkrieg wirkt trotz gelungener Actionszenen auch gut 40 Jahre später nicht weniger unglaubwürdig und reaktionär. Teilweise hat man das Gefühl, John Hughes hätte seinen „Frühstücksclub“ 1985 nicht nachsitzen, sondern ein bisschen Krieg spielen lassen.

Anzeige