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RESIDENTS

Doctor Dark

Immer wieder für eine Überraschung gut, diese RESIDENTS. 2025 erzählen sie ein für die Aufführung vor Publikum konzipiertes Stück in drei Akten – ohne existente Theater- oder Musicalversion, versteht sich. Eigentlich ist das nur mit den im Booklet abgedruckten Hintergrundinformationen und Regieanweisungen komplett nachvollziehbar. Rund um den ominösen Dr. Anastasia Dark (ja, ein Mann!) und zwei Metal-besessene Jugendliche entspinnt sich eine von Musikern des Konservatoriums San Francisco unterstützte RESIDENTS-typisch schräge Reise quer durch Klassik, Metal und avantgardistischen Noiserock. Allerdings: Erstmals seit langem gibt es hier keine durchgeknallten Haunted-House-Jahrmarktsdrehorgelexzesse, die Tendenz geht eher in Richtung B-Horrormovie-Soundtrack. Ein Film soll daraus trotzdem nicht werden, vielmehr sollen die Albumverkäufe eine Theateradaption von „Doctor Dark“ finanzieren. Ausgangsbasis für den düster-makabren Stoff bieten – wie so oft im RESIDENTS-Kosmos – wahre Begebenheiten: Die (erfolglose) Klage der Familie eines JUDAS PRIEST-fanatischen Teenagers nach dessen fehlgeschlagenem Suizidversuch trifft auf das Wirken des armenisch-amerikanischen Sterbehilfe-Aktivisten Jack Kevorkian aka Dr. Death. Die kitschigen visuellen KI-Umsetzungen der Hauptcharaktere im Inneren des Digipaks konnten sie sich als kleine Provokation am Rande wohl einfach nicht verkneifen.

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