
Der 2024 verstorbene Alain Delon ist sicherlich einer der großartigsten Schauspieler, die das französische Kino hervorgebracht hat, auch wenn er als Person durchaus umstritten war. Über sein Regiedebüt „Rette deine Haut, Killer“ urteilte die Filmzeitschrift Cinema damals: „Alain Delon zeigte mit diesem Klischee-Reißer eigentlich nur, dass nicht jeder Star zum Regisseur taugt.“ Das nahm sich Delon anscheinend zu Herzen und setzte sich zwei Jahre später für den deutlich positiver bewerteten „Der Kämpfer“ nur noch ein weiteres Mal in den Regiestuhl. „Rette deine Haut, Killer“ („Pour la peau d´un flic“, „Für die Haut eines Polizisten“) erschien zuvor schon auf DVD und Video, war allerdings geschnitten und sogar kurioserweise von 1987 bis 2003 indiziert, was möglicherweise mit seiner ruppigen Darstellung von Sex und Gewalt zu tun hat. Die aktuelle DVD-Neuauflage präsentiert den Film ungeschnitten und in guter Qualität, allerdings sind die bisher fehlenden Stellen nur deutsch untertitelt. Was „Rette deine Haut, Killer“ und „Der Kämpfer“ verbindet, ist die Anwesenheit der noch jungen Anne Parillaud in einer ihren frühen Rollen, bevor sie durch Luc Bessons „Nikita“ 1990 international bekannt wurde. Parillaud ist hier zwar nur nett frivoles „Eye candy“ zur Bestätigung von Delons plumpem Machotum, verleiht ihrer Rolle aber mehr Strahlkraft, als man vermuten würde. Delon verfilmte hier einen Kriminalroman von Jean-Patrick Manchette, der für zahlreiche Filme die Vorlage lieferte, und spielt darin einen ehemaligen Polizisten, der als Privatdetektiv einem von Kriegsverbrechern betriebenen Drogenring auf der Spur ist. Der Plot von „Rette deine Haut, Killer“ wirkt ein wenig verwirrend, aber der Film ist äußerst rasant inszeniert, und Delon muss wie schon der gute alte Philip Marlowe dabei ordentlich Federn lassen.