RHYTHM COLLISION

Crunch Time

Mit Live-Platten ist das ja immer so eine Sache: entweder eine Band hat den Durchhänger und wirft, um bei den Fans nicht in Vergessenheit zu geraten, ein paar lieblose zusammengestückelte Liveaufnahmen als Platte auf den Markt, oder in der Diskographie fehlt eben noch eine Livescheibe, also wird was rausgepreßt, ohne Rücksicht auf Verluste. Im Falle von RHYTHM COLLISION aus Los Angeles verhält sich die Sache anders: ihr Konzert am 22. Mai ’96 in Orléans sollte gar nicht mitgeschnitten werden, aber irgendwer ließ doch das DAT mitlaufen und die Band stellte hinterher fest, dass an diesem Abend wohl alles gestimmt hat: Die Kondition, der Sound, das Publikum – kurz: es wäre ein Verbrechen gewesen, diese Songs nicht zu veröffentlichen. Und so wurden knapp 20 Songs nur leicht überarbeitet auf CD gepackt, mit coolem Artwork versehen, und fertig war „Crunch Time“, eine jener wenigen guten Liveplatten, die von Anfang an fesseln: full on punk rock! Dokumentarischen Charakter hat das Teil auch, und zwar insofern, als heute nur noch Sänger Harlan vom damaligen Line-up übrig ist. Allerdings: es geht mit neuen Leuten weiter.