POTHEAD

Learn To Hypnotize

Jaaaa, ich liebe diese Band! Schon als ich vor Jahren ihre aus rumpligen Demo-Aufnahmen bestehende „Pothead USA“-CD in die Finger bekam, wusste ich, dass Brad und Jeff Dope eine goldene Kehle respektive flinke Fingerchen haben und das Potential, ein paar mehr Leute anzusprechen. Damals waren die beiden POTHEAD-Gründer (damals wie heute gilt: „nomen est omen“) gerade vor dem Grunge-Wahn aus Seattle nach Amsterdam und dann nach Berlin geflüchtet und hatten sich mit Sebastian Meyer einen einheimischen Trommler gesucht. Zwei weitere grandiose Alben auf dem bandeigenen Orangehaus-Label folgten, und jetzt, mit „Learn to hypnotize“, haben die drei ihr Meisterwerk abgeliefert. Im eigenen Studio zu Berlin aufgenommen ist das Album wiederum eine wuchtig groovende Mixtur aus Seventies-Rock, von Schmuse-„Rockern“ als Balladen in Verruf gebrachten ruhigen, akustischen Songs und gemeinhin als Grunge bezeichnetem Gelärme sowie stilistischen Ausschmückungen von Blues bis Punk. Das alles ist vielleicht nicht unbedingt zeitgemäß und schon ziemlich retro, aber was soll’s, richtig gute Musik ist zeitlos und muss losgelöst von allen hippen Crossover-Verkrampfungen betrachtet werden. POTHEAD, das macht ihr viertes Album einmal mehr klar, sind begnadete Songwriter und Musiker, die sehr leise wie sehr laute Töne beherrschen und mit Brad über einen gänsehautauslösenden Sänger verfügen. Wunderschön – auch wenn ich mir ein paar mehr derbe Songs unter den 15 Tracks gewünscht hätte.