ROBOCOP

„RoboCop“ war der Hollywood-Einstand des Niederländers Paul Verhoeven und seines Kamermanns Jost Vacano („Das Boot“). Verhoevens actionreicher und dystopischer Science-Fiction-Film mit „Frankenstein“-Elementen, der den Gewaltgehalt der Handlung genüßlich ausschöpfte, kam einem damals unglaublich brutal vor – nicht ungewöhnlich für den niederländischen Regisseur. Was man erst später mitbekam, war, dass sowohl Kino- als auch das spätere, natürlich auch schnell indizierte Videorelease, basierend auf der amerikanischen R-Rated-Fassung, um anderthalb Minuten gekürzt waren. Das hört sich nicht viel an, macht aber über den Film verteilt durchaus einen Unterschied. Als dann von Criterion in Amerika eine Laserdisc mit der komplett unzensierten Unrated-Fassung („Director’s Cut“) veröffentlicht wurde, war das eine echte Sensation. Verhoevens Film „Total Recall“ hatte in Amerika ähnliche Probleme mit der Zensur, in diesem Fall soll das geschnittene Material aber verschollen sein. Seit 2013 ist „RoboCop“ nicht mehr indiziert, und auch der Director’s Cut ist mit „ab 18“-Freigabe frei verkäuflich. Inzwischen erschien der Film auch als 4K-Blu-ray (plus normaler Blu-ray) im Mediabook mit Director’s Cut und Kinofassung und zusätzlichem Bonusmaterial. „RoboCop“ gilt nicht ohne Grund als Genreklassiker, der nicht nur von Gewalt und Action lebt, sondern amerikanische Genrefilme durch die Brille eines europäischen Regisseurs betrachtet und satirisch und kapitalismuskritisch der amerikanischen Gesellschaft den Spiegel vorhält. Denn im von einem mächtigen Konzern kontrollierten Detroit der nahen Zukunft ist die Polizei privatisiert worden. Und um die menschlichen Kollegen zu ersetzen, wird der im Dienst von Kriminellen ermordete Polizist Alex Murphy schließlich in einen vermeintlich gefühllosen Cyborg verwandelt.

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