Kürzlich erschien bei Plaion eine Blu-ray-Box von Larry Cohens „It’s Alive“-Trilogie in exzellenter Qualität, drei doch recht trashige, fast schon parodistische Monster-Horror-Vertreter. Im selben Jahr wie der dritte Teil, „Die Wiege des Schreckens“, entstand auch „Salem II – Die Rückkehr“ („A Return to Salem’s Lot“), die Fortsetzung der Stephen King-Verfilmung „Brennen muss Salem“ von Tobe Hooper aus dem Jahr 1979, die in Deutschland lange nur in der arg gestrafften Spielfilmfassung erhältlich war – die TV-Fassung war über eine Stunde länger. Allerdings war auch die längere Fassung nur eine mittelmäßige Adaption von Kings großartigem Frühwerk von 1975, was sicherlich auch an der generell billigen Machart lag und dem wenig überzeugenden Make-up des Obervampirs – ein Nosferatu für Arme. 1987 bekam dann Cohen – der schon ein Drehbuch für „Brennen muss Salem“ verfasst hatte, das aber abgelehnt wurde – die Möglichkeit, eine Fortsetzung zu drehen, die aber mit King nichts zu tun hatte. „Salem II – Die Rückkehr“ erschien jetzt das erste Mal auf Blu-ray, in guter Qualität und versehen mit einem längeren Interview mit Cohen. Allerdings nur als kostspieliges Mediabook, was etwas zu viel der Ehre für Cohens mal wieder reichlich trashiges Werk ist, in dem der Obervampir eine noch albernere Maske besitzt – die Muppet Show lässt grüßen. Wirklich ernst nimmt Cohen die in Bezug auf die Darstellung des amerikanischen Konservatismus leicht satirische Story nicht, in der ein Anthropologe (Michael Moriarty) mit seinem schwer erziehbaren Sohn in seine Heimatstadt Salem’s Lot zurückkehrt und feststellen muss, dass der Ort eine Vampir-Kolonie ist. Noch absurder wird es, als Regisseur Samuel Fuller als Zigarre rauchender, zerzauster Nazijäger auf der Bildfläche erscheint, was den Unterhaltungswert des reichlich schrägen Vampirfilms noch massiv steigert.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #181 August/September 2025 und Thomas Kerpen