Foto

SHINY GNOMES

Poles

1986 erschien das Debüt „Wild Spells“ der Nürnberger Band SHINY GNOMES, zuvor war bei Glitterhouse ihre erste Single „Sexmaniac“ veröffentlicht worden. Kennen gelernt hatte ich die Band allerdings durch die ebenfalls 1986 erschienene Live-Aufnahme „Do The Strecker! Live!“ (auf Audiokassette und bis heute nicht neu aufgelegt), mitgeschnitten überwiegend in Zürich, weshalb ich die Band in Zeiten ohne Internet kurz mal für Schweizer hielt. 1987 folgte der Longplayer „Some Funny Nightmares“, 1989 landete man mit „Fivehead“ und einem weiteren Album kurz bei Polydor, aber der große Erfolg stellte sich nicht ein. Gut 35 Jahre später gibt es die SHINY GNOMES immer noch, deren Motor Frontmann Stefan Lienemann aka Limo ist. Geschmackvoller Psychedelic Pop war schon immer das Ding der SHINY GNOMES, damals mit einer stärkeren Betonung von „Psychedelic“, inzwischen hat der Pop-Anteil deutlich zugenommen, auch wenn es immer noch rockigere Momente in ihren Songs gibt, die aber selten ein Noise-Level erreichen, das man vielleicht bei echtem Psychedelic Rock erwarten würde. Drei Jahre nach „Otherness“ ist auch das neue Album „Poles“ eher auf Wohlklang getrimmt, was aber gar nicht negativ gemeint ist. Damit könnten die SHINY GNOMES auch im normalen Radioprogramm laufen, tun sie aber natürlich nicht, denn was da so unter Popmusik verstanden wird, erregt eher Abscheu. Insofern sind die SHINY GNOMES gut da aufgehoben, wo sie sind, und haben mit ihrem speziellen, sehr eingängigen Psychedelic Pop auch eine gewisse Zeitlosigkeit erlangt.

Anzeige