
Auch auf „You Got This“ haben SKINDRED nur minimal an der Formel geschraubt, die die walisische Band seit Jahren so erfolgreich macht. Aber warum auch? „Smile“ hat prächtig funktioniert und generell gilt: Diese Band haut ohnehin einen Ohrwurm nach dem anderen heraus. Die Riffs sitzen, die Refrains sind wie gemacht für die nächste Live-Rutsche und immer wieder wird das Ganze durch kleine kreative Spielereien oder kurze Rhythmuswechsel aufgelockert. Alles also beim Alten – und das ist bei SKINDRED in den meisten Fällen eine ziemlich gute Nachricht. Ganz ohne kleine Schwächen kommt das Ganze allerdings nicht aus. Beim Hören schleicht sich hin und wieder ein leichtes Schema-F-Gefühl ein. Manche Songstrukturen wirken arg vertraut, manche Refrains zu vorhersehbar. Aber das klingt dramatischer, als es tatsächlich ist. Die Songs bewegen sich nämlich durchweg auf dem gewohnt hohen SKINDRED-Niveau. „Can I get a“ ist vielleicht einen Tick zu seicht geraten und bleibt nicht ganz so nachhaltig im Ohr, dafür sitzen andere Songs umso besser. Der Titeltrack „You got this“ ist ein echter Banger, der mit ordentlich Groove nach vorne geht und live garantiert hervorragend funktionieren wird. Auch „Broke“ und „This is the sound“ gehören zu den stärkeren Momenten des Albums und zeigen, warum SKINDRED seit Jahren so zuverlässig liefern. Am Ende bleibt ein kleiner Wermutstropfen: Die Band hat in der Vergangenheit schon das eine oder andere Album veröffentlicht, das insgesamt noch etwas runder wirkte. „Smile“ zum Beispiel hat mich damals ein gutes Stück mehr aus den Socken gehauen. Trotzdem gibt es hier wenig zu meckern. „You Got This“ funktioniert rundum solide, verbreitet die typische SKINDRED-Partystimmung und liefert genau das, was man hören will. Und manchmal ist das ja völlig ausreichend.
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