
Gute vier Jahre hat das Debüt der Sleaze-Rocker SLAMDINISTAS aus L.A. nun auf dem Buckel, und seltsamerweise hat es nicht ansatzweise so gut gepunktet wie gekonnt hätte. Der Nachfolger liegt nun vor, ebenfalls auf Rum Bar, und darauf ist nun absolut nichts zu hören, was gegen Weltruhm, gute Noten in der Fachpresse und allgemeine Medienhysterie sprechen könnte. Vom gruseligen Bandnamen natürlich abgesehen. Das Quintett besteht aus altgedienten Haudegen der Session-Szene an der Westküste. Gabriel Johns (SHELTER, FIDO) an, DOGS/CUZADOS, Texas Terri-Gitarrist Mike Gavigan, Bassist Pete Downing (spielte mit Wayne Kramer) und Drummer Brian Irving (aus der Band von Gilby Clarke, Chris Spedding sowie von Pat Todds RANK OUTSIDERS bekannt) haben ein amtliches Rock-Album eingespielt, dem Vergleiche mit den Stones der frühen 1980er nicht wehtun dürften. Die boogierockige Gitarrenarbeit kommt nahe an Keith’ und Ronnies Sound in etwa der „Tattoo You“-Phase heran, was hingegen „Wild & Restess“ auszeichnet, ist die angenehm rauchige Gesangsdarbietung von Johns. Der versoffen/bekokste Charme, den das Album hier vorgaukelt, ist natürlich etwas zu dick aufgetragen, aber das schadet ihm nicht im Geringsten. Klappern gehört ja zum Handwerk, und so dürfen sich die SLAMDINISTAS auch mal in einer selbst ausgedachten Superstar-Bubble wohlfühlen. Abgesehen davon sind die Songs tatsächlich echte Grower, und unterm Strich ist hier ein völlig okayes Rock-Album entstanden. Ohne großen Überraschungseffekt, wie aus Versehen mit verlottertem Halbwelt-Habitus auftretend und von einer gesunden Portion Selbstbewusstsein gespeist.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #179 April/Mai 2025 und Gereon Helmer