SLEEP

Ich hatte mir ja geschworen, um Geistergeschichten neueren Datums nach dem Motto „junges Paar wird von einer dämonischen Präsenz im eigenen Haus verfolgt“ – gerne alt, einsam gelegen und vererbt –, vor allem aus asiatischen Regionen, einen großen Bogen zu machen. Bei Jason Yus Spielfilmdebüt „Sleep“ bin ich dann doch schwach geworden, auch wenn der südkoreanische Regisseur vorher noch nicht großartig in Erscheinung getreten ist. Allerdings war er 2017 an „Okja“ von „Parasite“- und „Mickey 17“-Regisseur Bong Joon-ho beteiligt, den er auch als Mentor und große Inspiration ansieht. Und so gibt es auch ein paar einleitende Worte von Bong Joon-ho auf der deutschen Veröffentlichung von „Sleep“, die eigenartigerweise nur als hochpreisiges Mediabook mit Blu-ray und DVD erhältlich ist, nicht aber in separater Form auf DVD und Blu-ray, was die Verbreitung des Films doch etwas einschränken dürfte. Das ist durchaus bedauerlich, denn „Sleep“ gehört trotz der etwas schwachen Auflösung zu den originelleren Geistergeschichten der letzten Zeit, weil er seine groteske Horror-Mystery-Geschichte gerade zu Beginn mit viel makaberem Humor versieht. Im Mittelpunkt stehen der Fernsehschauspieler Hyun-soo und seine schwangere Frau Soo-jin, die glücklich in einem Mehrfamilienhaus leben. Allerdings entpuppt sich der mäßig erfolgreiche Fernsehschauspieler als Schlafwandler, dessen Verhalten immer beängstigender und bedrohlicher wird, vor allem als es Zuwachs in der Familie gibt. Zwar lässt sich Hyun-soo in einer Schlafklinik untersuchen und bekommt auch seine albtraumhaften Schlafwandelgewohnheiten in den Griff, allerdings nur temporär. Neben Polanskis „Rosemaries Baby“ bedient sich Jason Yu dabei auch bei Tobe Hoopers „Poltergeist“, vor allem beim äußerst amüsanten Auftritt einer Schamanin, die den bösen Geist in der Wohnung austreiben soll.

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