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SMOKED SALMON

s/t

Schon länger hatte ich nichts mehr gehört von Kim Salmon, einem dieser legendären Musiker Australiens, der aber außerhalb seiner Heimat viel zu wenig gewürdigt wird. Dessen Band THE SCIENTISTS wurde oft als Grunge-Vorläufer bezeichnet, 1983 nahmen sie mit „Blood Red River“ einen absoluten Klassiker australischer Rockmusik auf und 2021 erschien auf In the Red ein exzellentes neues Album der immer noch aktiven SCIENTISTS namens „Negativity“. Nicht weniger einflussreich waren die 1983 gegründeten BEASTS OF BOURBON, bei denen Salmon aber „nur“ Gitarrist war – mit dabei auch THE SCIENTISTS-Bassist Boris Sujdovic. Vor 30 Jahren hatte ich Salmon sogar mal in Köln interviewt, denn zu dieser Zeit erschienen einige seiner Platten bei Glitterhouse – die Frühwerke der BEASTS OF BOURBON hatte das Bonner Label Normal in den 1980ern in Deutschland veröffentlicht. Da Salmon aber eine gut sortierte Bandcamp-Seite besitzt (dort sind auch die SCIENTISTS zu finden), kann man sich einen guten Überblick über das bisherige Schaffen dieses eigenwilligen australischen Musikers verschaffen. Salmon ist übrigens kein Künstlername, bietet sich aber an für lustige Projektnamen und so erscheint sein neues selbstbetiteltes Album unter SMOKED SALMON („Räucherlachs“) – das von Salmon selbst gemalte expressionistische Cover zieren deshalb auch einige Fischköpfe. Songwriterisch kann man die zwölf Songs als anachronistisch oder zeitlos empfinden, denn der hypnotische Swamp Blues der SCIENTISTS ist auch hier gut rauszuhören, ebenso wie die BEASTS OF BOURBON. Aber da Salmon ein ähnlich charakteristischer Sänger wie Beasts-Frontmann Tex Perkins ist, besitzt sein neues Album einen unverkennbar charakteristischen Einschlag, der mich sofort wieder packt, aufgrund des rohen, direkten Garage-Sounds der Songs, bei denen sich auch wieder Salmons Gespür für eingängige, aber dennoch leicht schräge Pop-Momente zeigt.

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