SPIDERS - IHR BISS IST DER TOD

Es läuft gut für den Franzosen Sébastien Vanicek, sein Spielfilmdebüt „Spiders – Ihr Biss ist der Tod“ (im Original „Vermines“, also Ungeziefer), das jetzt hierzulande auf DVD und Blu-ray erschien, hat ihm bereits in Hollywood die Türen geöffnet, denn 2026 soll er „Evil Dead Burn“ drehen, einen weiteren Teil der „Evil Dead“-Reihe. In seinem Kurzfilm „Crocs“ ging es 2018 um Kampfhunde, beim Ungeziefer in „Vermines“ handelt es sich um aggressive Giftspinnen (die eigentlich ungefährliche langbeinige Riesenkrabbenspinne), die sich in einem Häuserblock im Pariser Vorort Noisy-le-Grand ausbreiten und die Bewohner killen. Für die Außenaufnahmen seines Banlieue-Tierhorrorfilms nutzte Vanicek das außergewöhnliche Gebäudeensemble des spanischen Architekten Manuel Núñez Yanowsky, versehen mit zwei wie Camemberts aussehende Hochhausscheiben, in dem sich 540 Sozialwohnungen befinden. Zu Beginn jagen arabische Schmuggler in einer Wüste des Nahen Ostens nach Spinnen, eine landet schließlich in Paris in der Sammlung exotischer Tiere von Kaleb, der auch mit geklauten Turnschuhen handelt. Seine Neuerwerbung vermehrt und vergrößert sich allerdings sehr schnell und die ganze Situation gerät in bekannter Weise außer Kontrolle, weswegen man mit Menschen mit ausgeprägter Arachnophobie vom Ansehen des Films abraten muss. Anfangs ist „Vermines“ eine originelle Exkursion in das Leben der französischen Vorstädte, in denen die Jugendlichen einer hoffnungslosen Zukunft entgegengehen und eigentlich alle kriminell und drogenabhängig sind. Vaniceks Film ist dabei ein durchaus selbstironischer Kommentar zur fremdenfeindlichen Diskriminierung der Vorstädter, deswegen auch der zweideutige Titel „Ungeziefer“. Schade nur, dass sich sein gekonnt inszeniertes Creature Feature letztendlich als etwas zu stereotyp erweist.

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