
Wenn eine Band aus griechischen Musikern und einem Holländer, der in der Schweiz lebt, besteht, ist es dann eine griechisch-schweizerische oder griechisch-holländische Band? Anyway, das Debüt des Quartetts könnte sowieso direkt aus der norwegischen Black-Metal-Szene der 1990er kommen. Soll heißen, hier geht es um Raserei, Blastbeats, Doublebass ohne Ende und musikalische Vernichtung, denke an frühe MARDUK oder SATYRICON, fühle Eiseskälte und Finsternis. So weit, so für den Eingeweihten unspektakulär, aber TAÄR ziehen ihr Ding konsequent durch und spielen mit unfassbarer Präzision und Seele in jeder Silbe der heiser geschrienen Texte, dass es den Hörer leibhaftig ans Ende des letzten Jahrtausends transportiert. Nein, neu oder gar modern ist hier nichts, aber „Catharsis Till Dawn“ hält genau das, was der Titel verspricht. Sehr schönes Brett.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #181 August/September 2025 und Ollie Fröhlich