
Im Mai 2025 ist Gustavo „Tav“ Falco 80 Jahre alt geworden, lange schon lebt der aus einer italo-amerikanischen Familie in Philadelphia stammende Video- und Aktionskünstler, Filmemacher und Fotograf, Schauspieler und Sänger in Wien. In den 1980ern kam man an TAV FALCO’S PANTHER BURNS nicht vorbei, wenn man etwas aufgeschlossener war für Musik ein wenig abseits von Punk und Hardcore. Damals hatten eigentlich alle aus meinem Bekanntenkreis, die Punk-Platten kauften, auch was von Tom Waits, den CRAMPS, Nick Cave und eben Tav Falco im Regal stehen. In den europäischen Plattenläden jener Zeit war Tav Falco omnipräsent, veröffentlichte damals auf dem französischen New Rose-Label. Punk war das nicht, aber seltsam und schräg, irgendwas zwischen Blues, Country, Americana und Psychedelic und Punk ein weites Feld abdeckt und unzählige Platten veröffentlichte. „Desire On Ice“ ist sein („erst“ möchte man fast einschieben) 14. Album, aufgenommen im Februar 2024 in Memphis, TN – und es ist eine Reise in die eigene Vergangenheit, hat Falco doch in Kooperation mit seinem langjährigen Produzenten Mario Monterosso neben neuen Songs auch einige alte Stücke neu aufgenommen, teils in Begleitung alter Weggefährten wie Bobby Gillespie, Kid Congo Powers, Chris Spedding, Jon Spencer und Rev. Horton Heat. Ersterer ist bei „Doomsday baby“ dabei, geschrieben 2015 und neu aufgenommen schon 2024, das aber dennoch ein passender Kommentar zur Lage in den USA ist. „Desire On Ice“ ist die gewohnte bunte Palette loungiger Bar-Musik, die Tav Falco in seiner sich über 60 Jahre spannenden musikalischen Karriere perfektioniert hat. Eine Schande, dass der alte Herr nicht so bekannt ist, wie es sein Ikonen-Status gebieten würde. Bitte jetzt (wieder)entdecken.
© by - Ausgabe # und 29. Mai 2019
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #144 Juni/Juli 2019 und Rainer Krispel
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #141 Dezember/Januar 2018 und Joachim Hiller
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Joachim Hiller