THE DENTIST

Brian Yuznas hierzulande gleich auf Video erschienener „The Dentist“ war in 17 Szenen um insgesamt knapp zwei Minuten gekürzt, was sehr viel ist, wenn man sich den Schnittbericht auf schnittberichte.com ansieht – fast sämtliche Gewaltspitzen des recht harmlosen Films wurden entfernt. Spätere ungeprüfte und ungeschnittene DVD-Veröffentlichungen landeten dann auf dem Index, inzwischen erschien Yuznas Film in kompletter Form auf Blu-ray mit FSK-Freigabe „ab 16“. 1998 entstand noch eine überflüssige und weitaus harmlosere Fortsetzung, die in Deutschland keinerlei Zensurprobleme hatte. Yuznas „The Dentist“ war im Videozeitalter eine doppelte Enttäuschung, zum einen waren die meisten Schauwerte entfernt worden, zum anderen hätte man vom Regisseur von „Bride of Re-Animator“, einem der späten Splatter-Klassiker, mehr erwartet. Yuzna war als Produzent 1985 schon an Stuart Gordons „Re-Animator“ beteiligt, der aus einer Geschichte von H. P. Lovecraft eine völlig überdrehte und extrem blutige Horrorgroteske gemacht hatte. Gordon hatte dann das Drehbuch für „The Dentist“ beigesteuert, der aber nur im weitesten Sinne als Horrorfilm angesehen werden kann. Dass dem Thema Zahnarzt echter Horror innewohnt, hatte schon John Schlesingers „Der Marathon-Mann“ gezeigt, dessen Zahnarztstuhl-Folterszenen nach Beschwerden des Publikums der Testscreenings massiv gekürzt werden mussten. In „The Dentist“ schnappt der erfolgreiche, allerdings unter einer extremen Zwangsstörung leidende Dr. Alan Feinstone, der von Sauberkeit und Perfektion besessen ist, endgültig über, als er von seiner Frau betrogen wird, und beginnt, seine Patienten zu malträtieren. Yuzna kann das Potential der schwarzhumorigen Geschichte allerdings nie voll ausschöpfen, vor allem im Finale, und so bleibt „The Dentist“ leider ein recht durchschnittlicher Slasher.

Anzeige