Ein besonders glühender Verehrer der THE DOORS war ich früher eigentlich nicht, auch wenn mich der Einsatz ihres Songs „The End“ in Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now“ immer extrem faszinierte. Der Grund für die damalige Ablehnung waren wohl eine Überdosis des Songs „Light my fire“, neben dem fanatischen Personenkult um Frontmann und Sexsymbol Jim Morrison, dessen Grab auf dem Friedhof Père-Lachaise in Paris ein Mekka für Fans weltweit wurde. Ein Kinobesuch von Oliver Stones Biopic „The Doors“ überzeugte mich dann, das Schaffen der THE DOORS in Gänze zu erwerben – seitdem schätze ich abseits von „The End“ und „Light my fire“ vor allem, wie die Band traditionellen Blues und den Psychedelicrock der 1960er originell und absolut unverkennbar miteinander verschmolz. Nach gerade mal sechs Jahren endete die erfolgreiche Karriere 1971 recht tragisch mit dem Tod von Morrison, der sich dank seiner Drogen- und Alkohol-Exzesse ins Jenseits beförderte, mit nur 27 Jahren, ähnlich wie schon Jimi Hendrix und Janis Joplin ein Jahr vor ihm. Aber ohne die Exzentrik von Morrison wäre die Band sicher nie so groß geworden, wie es der Fall war. Die anderen Mitglieder versuchten auch noch danach, den THE DOORS-Kult am Leben zu erhalten, etwa mit Ersatzsängern wie Ian Astbury von THE CULT. Und so muss ein Film über THE DOORS zwangsläufig ein Film über ihren ikonischen und drogensüchtigen Frontmann sein, der vom im April verstorbenen „Top Gun“-Star Val Kilmer brillant verkörpert wurde und der auch zum Teil selbst bei den THE DOORS-Stücken sang. THE DOORS-Keyboarder Ray Manzarek mochte Stones subjektiv überzeichnetes Porträt, das jetzt in der vollständigen Kinofassung neu auf Ultra HD Blu-ray erschien, zwar überhaupt nicht, aber dem visuell und ausstattungstechnisch beeindruckenden Film gelingt es exzellent, die von dieser Band ausgehende Faszination zu vermitteln.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #181 August/September 2025 und Thomas Kerpen