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THE MANHATTAN PROJECT - DER ATOMARE ALPTRAUM

1983 gelang es in John Badhams apokalyptischem „WarGames“ einem naiven Hobbyhacker (Matthew Broderick), fast den Dritten Weltkrieg auszulösen, weil er sich in einer vermeintlich harmlosen strategischen Simulation namens „Weltweiter thermonuklearer Krieg“ wähnte. Ein vielleicht nicht besonders plausibles, aber dennoch erschreckendes Szenario zu Zeiten des Konflikts zwischen den Supermächten USA und der Sowjetunion in der Reagan-Ära. Weniger bekannt dürfte der 1986 entstandene „The Manhattan Project“ von Marshall Brickman sein, der hierzulande nie im Kino lief und direkt auf Video erschien, was auch die bescheidene deutsche Synchronisation erklärt – die englische Originalfassung ist hier die bessere Wahl. Zudem war er gekürzt, aber die MGM-DVD enthielt dann 2005 die komplette Fassung. Jetzt erschien er in guter Qualität das erste Mal auf Blu-ray, Extras gibt es bis auf den Trailer keine. Interessanterweise begann Brickman seine Karriere als Drehbuchautor und war in den 1970ern an den Woody Allen-Filmen „Der Schläfer“, „Der Stadtneurotiker“ und „Manhattan“ beteiligt, die so gar nichts mit „The Manhattan Project“ (ebenfalls der Name des von Oppenheimer geleiteten militärischen Atomforschungsprojekt in den 1940ern) gemein haben. Christopher Collet, der Corey Haim unglaublich ähnlich sieht, aber eine weniger erfolgreiche Karriere hatte, spielt darin einen 17-jährigen Schüler, der in der benachbarten Nuklearfabrik Plutonium klaut und daraus seine eigene Atombombe bastelt. Damals war „The Manhattan Project“ ein Flop (im selben Jahr passierte auch die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl), aber trotz vieler unglaubwürdiger Szenen ist dieser Nuklear-Thriller überraschend clever, witzig und effektiv umgesetzt und besitzt eine eindeutig kritische Haltung zum Thema Atomkraft.

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