
Was Musik betrifft, fliegen die Niederlande oft ein bisschen unter dem Radar. Zu Unrecht, wie ich finde. Denn es gibt jede Menge gute Bands zwischen Amsterdam, Eindhoven und Utrecht. Wie JOHN COFFEY, IGUANA DEATH CULT, TEMPLE FANG oder SPLINTER. Neuester Export aus Oranje-Land ist TRAMHAUS. Das Quintett kommt aus der Hafenstadt Rotterdam und liefert mit „The First Exit“ sein Debütalbum ab. Fiebriger Post-Punk, der sich vor den britischen Role-Models nicht verstecken muss. Im Vergleich zu Bands wie JOY DIVISION oder TV PRIEST sind TRAMHAUS viel krachiger und explosiver. Ein bisschen Indie aus den Nineties ist auch dabei. Dystopische Gedanken baden in kaputten Melodien. Dissonant, verzweifelt und anklagend. Auffällig ist der wandlungsfähige Vortrag von Frontmann Lukas Jansen. Der pendelt zwischen Geschrei und cleanem Gesang hin und her. Er lässt sein Publikum teilhaben an seinen Erlebnissen bei der Entdeckung seiner Sexualität. Offenbar waren da nicht nur positive Erfahrungen dabei. Aufgenommen hat die Band in den Katzwijm Studios in Voorhout, einem umgerüsteten Schuppen im Bollenstreek, einem bekannten Blumenanbaugebiet im Süden der Niederlande. Produziert von Floyd Atema (LOST BEAR, MICROWOLF). Vor „The First Exit“ gab es sechs Singles und eine EP. Jetzt haben TRAMHAUS einen ersten richtigen Marker gesetzt.
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