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TÚ LA LLEVAS

s/t

Die ersten Töne von TÚ LA LLEVAS erinnern an britischen Rock aus den 1990er Jahren, die Illusion hält jedoch nur an, bis der spanische Gesang beginnt und der Dynamik eine angenehme Harmonie aufsetzt. Musik und Sänger stehen von Beginn an in einem ungewöhnlichen Spannungsverhältnis und offerieren eine sperrige Kombination, die noch dazu etwas aus der Zeit gefallen ist. TÚ LA LLEVAS aus Hamburg beugen sich mit Sicherheit keinem Trend. Wo genau sie mit ihrem musikalischen Herz hängengeblieben sind, lässt sich jedoch nicht bestimmen. Leider klingt das selbstbetitelte Album nicht nach Top-Produktion und besonders die Becken sind oft unangenehm scherbelig mit zu viel Hall. Gesang und Musik sind allein oft stärker („Jonas“) als zusammen, selbst wenn einem die PIXIES oder SMASHING PUMPKINS als Ideengeber durch den Kopf huschen. Hinter vielem bleibt ein Fragezeichen stehen, wie hinter dem luftigen Instrumental „Schellingstraße 75“ oder der nicht verwandelten Idee des grandiosen Intros von „Dulce y azul“. Aber man muss der Band eine bemerkenswerte Leidenschaft attestieren, man spürt sofort, dass alle alles geben und hier nicht nach Erwartungen geschielt wird. Leider bleibt, außer dem Gefühl, dass es da jemand gut mit uns meint, nicht viel von den Kompositionen hängen. Trotz mehrfacher Durchläufe und großer Sympathie flutschen die von agilen Gitarren und kraftvollen Drums getragenen Songs einfach so durch.

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